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Die größten Irrtümer zum Thema
„Alkohol und Schwangerschaft“


Ein Gläschen in Ehren kann auch Schwangeren niemand verwehren.

Falsch. Das vermeintlich unbedenkliche „Gläschen in Ehren“ trinkt das Baby im
Mutterleib zwangsläufig mit. Alkohol ist wasserlöslich und gerät über den
Mutterkuchen (Plazenta) und die Nabelschnur ungehindert zum Fötus. Dieser
erreicht schnell annähernd den gleichen Promillewert wie die Mutter. Da die Leber
des Babys jedoch noch nicht vollständig entwickelt ist, braucht es 10 Mal länger als
die Mutter, um den Alkohol abzubauen. Daher raten Mediziner schwangeren Frauen
zur vollständigen Abstinenz – zum Wohle des Kindes.
Quelle: Klinikum Augsburg


Moderater Alkoholgenuss erhöht die Milchbildung.

Falsch. Das Gegenteil ist der Fall: Selbst in geringen Mengen beeinflusst der Konsum
von alkoholischen Getränken die Ausschüttung mütterlicher Hormone, die die
Milchbildung in der Brust bewirken. So kann es auch durch moderaten
Alkoholkonsum zu einer spürbaren Verringerung der Milchmenge kommen.
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung


Während der Stillzeit ist Alkoholgenuss unbedenklich.

Falsch. Stillende Frauen sollten wissen, dass ein Teil des Alkohols, den sie mit einem
alkoholischen Getränk aufnehmen, über ihr Blut in die Muttermilch übergeht. Die
Alkoholkonzentrationen im Blut und in der Milch steigen annähernd parallel und
erreichen nach etwa 30 Minuten ein Konzentrationsmaximum. Für die Gesundheit
von Mutter und Kind ist es daher am sichersten, in der Stillzeit auf den Konsum von
alkoholischen Getränken zu verzichten, insbesondere in dem Zeitraum, in dem das
Baby ausschließlich gestillt wird.
Quelle: Nationale Stillkommission/BfR

Alkohol in Speisen verkocht und stellt demnach kein Risiko dar.
Falsch. Die alte Volksweisheit „Alkohol verfliegt beim Kochen“ haben Forscher von
der University of Idaho als Irrtum entlarvt. Eine mit Alkohol versetzte Sauce oder
Suppe, die direkt vom Herd genommen wird, enthält zum Beispiel noch 85 Prozent
der ursprünglichen Alkoholmenge. Nach einer halben Stunde sind es immer noch 35
Prozent. Selbst eine Mahlzeit, die im Ofen oder auf dem Herd zweieinhalb Stunden
vor sich hin köchelt, enthält noch fünf Prozent der ursprünglichen Alkoholmenge.
Quelle: Die Zeit


Alkohol wird dank der Plazentaschranke nicht über die Nabelschnur
weitergeleitet.

Falsch. Ethanol bzw. Äthylalkohol gehört der Stoffgruppe der Alkohole an und kann
auf Grund seiner geringen molekularen Masse und seiner hohen Fett- und
Wasserlöslichkeit problemlos die Plazentaschranke passieren. Die Folge: Das Kind
trinkt jeden Schluck Alkohol unfreiwillig mit.
Quelle: fetales-alkoholsyndrom.de


FAS tritt nur bei Kindern von alkoholabhängigen Frauen auf.
Falsch. FAS ist nicht ein spezielles Problem von Suchtfamilien, sondern betrifft
Kinder aller Gesellschaftsschichten. Es gibt Untersuchungen des Robert-Koch-Institutes,nach denen bis zu 20 Prozent der Frauen während der Schwangerschaft
Alkohol trinken. Völlig unabhängig von sozialer Herkunft und Bildungsniveau existiert
bis heute kein gesamtgesellschaftliches Problembewusstsein für FAS.
Quelle: Angeborene Fehlbildungen


Von Alkohol ist nur zu Beginn der Schwangerschaft abzuraten.

Falsch. Alkoholkonsum kann in jeder Phase der Schwangerschaft die Gesundheit
des Kindes gefährden. Im ersten Schwangerschaftsdrittel besteht die Gefahr
körperlicher Fehlbildungen, da Alkohol Einfluss auf die Zellvermehrung/-teilung hat,
was zu einer reduzierten Bildung von Gehirnzellen führen kann. Im zweiten
Schwangerschaftsdrittel treten in Folge von Alkoholkonsum besonders häufig
Wachstumsstörungen und das Risiko für Fehlgeburten auf. Während des dritten
Schwangerschaftsdrittels kann Alkoholkonsum zu Wachstumsstörungen und
Störungen der Vernetzung oder Absterben von Nervenzellen führen. Die Folge:
Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten des Kindes.
Quelle: AOK


Ein Glas Wein ist für Schwangere unbedenklicher als ein Schnaps.
Falsch. Das gesunde Glas Rotwein ist ein Mythos. Allein entscheidend ist die Menge

an reinem Alkohol, die die Mutter zu sich nimmt. Ein Glas Wein weist zwar einen
anderen Alkoholgehalt als ein Verdauungsschnaps auf, wird aber auch in anderen
Mengen getrunken. Daher gilt die Verzichtsempfehlung für alle alkoholhaltigen
Getränke gleichermaßen.

Quelle: Berufsverband der Frauenärzte


Ein Gläschen Sekt am Morgen ist unbedenklich und gut für den Kreislauf
während der Schwangerschaft.

Falsch. Es gibt keinen risikolosen Alkoholgrenzwert in der Schwangerschaft! Sowohl
chronischer Alkoholkonsum als auch geringe Mengen, wie ein Glas Sekt, können
schwerwiegende und dauerhafte Schädigungen zufolge haben. Ein linearer
Zusammenhang zwischen der von der Mutter konsumierten Alkoholmenge und dem
Ausmaß embryonaler Entwicklungsschädigungen ist nicht nachweisbar.
Quelle: Berufsverband der Frauenärzte


FAS ist heilbar.
Falsch. FAS heilt leider nicht im Laufe der Zeit aus. Durch therapeutische
Maßnahmen können lediglich die Folgen der Symptome gelindert und negative
Auswirkungen reduziert werden.
Quelle: Fachzentrum für Pflegekinderwesen

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Sandra King

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